Auf den Spuren Jesu im Heiligen Land

  Christen aus Sonneberg und Umgebung begaben sich in der vorösterlichen Bußzeit auf Pilgerreise nach Israel und Palästina.

Auf Initiative von Sonnebergs katholischen Pfarrer Andreas Anhalt machten sich 26 Christen aus Sonneberg, Neustadt, Hildburghausen und Umgebung auf den Weg ins Heilige Land, ja selbst zwei junge Mädels aus Marburg gehörten zu der ökumenischen Pilgerschaar. Unsere Vorstellung vom Heiligen Land ist geprägt durch die biblischen Geschichten, die Weihnachtskrippen in den Kirchen und Stuben und von den Nachrichtenbildern über den Nahost Konflikt. Die Autoren der Bibel fügten einst viele historische Ereignisse über das Land Kanaa, so wurde jener Landstrich in biblischen Zeiten genannt, zu einer fortlaufenden Geschichte zusammen. Sie hatten nicht das Ziel eine Chronik der Weltgeschichte zu verfassen, sondern vielmehr ging es um die Weitergabe von Glaubensinhalten. Auch gehen wir davon aus, dass Jesus rund 7 Jahre vor Christi Geburt geboren wurde. Dieser Umstand ist keine Verzerrung der Geschichte, sondern vielmehr einem Rechenfehler geschuldet, als der römische Abt auf einer Ostertafel anstelle des 248igsten Jahres des Diökletian, das Jahr 532 Domini nostri Jesu Christi schrieb. Er fand es würdiger den Verlauf der Jahre nach der Menschwerdung Christi zu zählen, als nach der Regierungszeit eines Tyrannen. Unabhängig von solch Zahlenverschiebungen, zweifelt wohl niemand daran, dass Jesus gelebt und gewirkt hat und um das Jahr 30 am Kreuz gestorben ist. Im Jahre 70 eroberte Titus Jerusalem, der Tempel wurde zerstört und das Land wurde zur römischen Provinz. Heilige Orte der Juden und Christen wurden mit römischen Tempeln überbaut, es war die Zeit der Christenverfolgung. 313 macht Kaiser Konstantin das Christentum zur Staatsreligion. Der Kaiser und insbesondere seine Mutter Helena ließen im heiligen Land prächtige Kirchen bauen, so unter anderen die Geburtskirche in Bethlehem oder die Eleona, die Himmelfahrtskirche auf Jerusalems Ölberg. Es folgten die Perser, die Kreuzritter und das Osmanische Reich, altes wurde zerstört aber auch neues geschaffen. Jerusalem ist die heilige Stadt für Juden, Christen und Muslime, sie alle glauben an den gleichen Gott, auch wenn jede Gruppe die späteren Ereignisse verschieden interpretiert. Das Land heute ist gezeichnet vom Konflikt zwischen Israel und Palästina, eine acht Meter hohe Mauer trennt die Gebiete und der Besucher muss manch Checkpoinz passieren. In diesem Land machte sich die Pilgergruppe auf den Weg die Spuren Jesu zu suchen. So bereisten die Sonneberger unter anderen Nazareth, Bethlehem und Betanien. An drei Originalschauplätzen wurde die heilige Messe gefeiert, so auf dem Hirtenfeld, wo einst der Engel den Hirten die Geburt Christi verkündete, bei den Teichen von Bethesda, wo Jesus einen Kranken heilte und wo Anna und Joachim, die Eltern Marias gelebt haben sollen und am See Genezareth. Die Pilgergruppe besuchte römische Stätten, fruchtbare Ebenen und die Steinwüste von Judäa. Entlang der Via Dolorosa gedachte man singend und betend der Kreuzwegstationen. Höhepunkt der Reise war zweifelsohne der Besuch der Grabeskirche. Hier wo am Karfreitag Jesus auf dem Berg Golgotha gekreuzgt wurde, anschließend in die Grabhöhle gelegt und wo man am Ostermorgen das Grab leer fand. An der Grabeskirche offenbart sich auch wie weit die Klischeehaften Vorstellungen über die Ereignisse vom wahren Bild abweichen können. Sicher, wir sind den Berg Golgotha über Felsstufen hinaufgestiegen, allerdings war vielen bis dahin nicht bewusst, dass sich seit einigen Jahrhunderten jener Berg Golgotha im innern jener gigantischen Grabeskirche befindet. Nicht ohne Grund spricht man von Galiläa, als dem fünften Evangelien. Jeder, der auf einer solchen Reise dabei war, sieht die oftmals abstrakten Biblischen Geschichten in einem anderen Zusammenhang. Zu dem gehörten aus den sonntäglichen Lesungen kommen nun die Bilder des gesehenen und machen manches leichter verständlich.

Ein Bericht von Roland Wozniak

Sonnebergs Stadtführer und
Filmemacher begleitete die
Pilgergruppe mit der Kamera,
es ist noch nicht zuviel verraten,
dass es zum Jahresende einen
Film über das Heilige Land
geben soll.
Über Felsstufen geht es hinauf
zur Kreuzigungsstelle auf den
Berg Golgotha, der Berg selbst
befindet sich im Innern der
gigantischen Grabeskirche in
Jerusalem.
Groß ist der Andrang am
Zugang zum heiligen Grab.
Am See Genezareth wurde
heilige Messe gefeiert.

 

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