Was ist denn da verrutscht?

 
Eine kleine Verschiebung oder habe ich zu sehr gewackelt beim Fotografieren? War es zu dunkel?

Na ja, irgendwas davon war es. Oder alles? Jedenfalls löschen wollte ich es nicht. Ein paar Überlegungen ist es doch wert, so ein verschobenes Foto. Oder?

Der Vogel sieht wohl keine Perspektive mehr oder bekommt er instinktive Fluchtgedanken? Irgendwas ist da. Zum Erkennen der Gefahr fehlt uns wieder einmal der Blickwinkel. Die Vogelperspektive? - Dieser bunte Bleiglasvogel hat seinen Platz in unserer Kirche St. Stefan oberhalb der Orgel inmitten einer Fensterrosette. „Heiliger Geist“ ist sein Name und sein Omen, sein Auftrag zugleich. Sein Bildnis ruft in uns Geist, Begeisterung, inneres Feuer wach bzw. sollte es. Man sieht einen wachsamen, mit Krallen ausgerüsteten, umsichtigen, in sich starken Geist bzw. Vogel. Und dann das?

Ich brauch nur ins tägliche Leben schauen. Wie schnell verschiebt sich etwas? Verrutschen die Koordinaten, entgleisen die Worte, wackeln Beziehungen, verdunkeln sich Wege, die Aussichten auf gelingendes Leben geraten ins Wanken, Sterben und Tod bringen Lebenspfeiler zum Einstürzen … da kommt eben alles zusammen.

Was uns Vertrauen und Stärke gab, scheint sich zu verdrücken und ein anderer Geist rückt uns im Innern ins Blickfeld, ins Leben. Herzklopfen, Seelenbammel, weiche Knie …

Kleinste Veränderungen machen Schwierigkeiten, verrücken uns mit. Menschen schieben dabei oft genauso in irgendeine Richtung einander hin, her und weiter, so dass das nichts mehr mit „Parallelverschiebung“ zu tun hat. Da gerät alles in verschiedene Ebenen. Haltlos?

Was meinen Sie?

Bei meinem Foto bin ja nur ich verrutscht. Das Fenster ist noch in seiner Rundung in der Geraden und leuchtet klar in seinen Farben. Mir wird wieder bewusst, dass Leben Bewegung ist und ich darin nicht untätig sein mag und darf und alles aus der inneren Gefasstheit und dem Haltbar-sein geschehen kann! Wir werden nicht aus Gottes gutem Blick heraus verschoben, weil er selbst sich bewegt hat hin zu uns, parallel. Er begibt sich immer dorthin , wo alles Leben oder vieles sich verschoben hat. Sein Geist, seine Liebe bewegen zum Leben hin und nicht zur Bedrohung – so werden Menschen wieder lebensfähig!

Mein Foto lass ich, zum lernen und dran denken, wenn mir mal wieder was verrutscht. Lernen heißt leben.

 

ems

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 29. März 2018 08:04

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