Archäologische Funde in der Pfarrkirche geborgen

  Arbeiter stoßen bei den Arbeiten an der Empore auf bemerkenswerte Artefakte vergangener Tage.

Bei den Arbeiten zur Sanierung der Empore sind leider einige betrübliche Tatbestände ans Licht gekommen. So stellte sich heraus, dass der Fußboden an manchen Stellen nur noch deshalb zusammengehalten hat, weil sich die Holzwürmer ineinander verhakt hatten. Das ist an sich nichts Bemerkenswertes, denn damit hatte jeder gerechnet.

Womit wir allerdings nicht rechnen konnten war die Tatsache, dass direkt unter dem Boden die Kappe eines Tonnengewölbes zum Vorschein kam. Und um mit der Rundung der Gewölbekappe zurecht zu kommen, hatte man 1919 die Auflagebalken so weit ausgefräst, dass sie in der Mitte kaum noch Substanz hatten. Allerdings stand die Orgel ja damals auch an der Westwand, so dass dort die Widerlager der Mauer die Last aufnehmen konnten. Die neue Orgel wird jedoch mittig auf der Empore zu stehen kommen, so dass der in Person von Herrn Gelbricht herbeigerufene Architekt zuerst besorgt die Stirn in Falten und dann sein sein Veto gegen eine Wiederholung der alten Praxis einlegte. Herr Gelbricht ist bekanntermaßen neben seiner beruflichen Tätigkeit als gefragter Architekt auch geschätztes Mitglied des Orgelbauvereins.

Die eilig durchgeführten Berechnungen ergaben, dass wir künftig einen Unterbau von Stahlträgern einziehen müssen, damit die Last von 4 Tonnen (Angaben ohne Organisten) nicht zu Gewölberissen oder Schlimmerem führt. Das wirft uns in der Zeit- und Kostenplanung leider etwas zurück. 

Unter dem Boden kam außerdem jede Menge Dreck als Schüttung zum Vorschein, der von Herrn Ebert, Herrn Sacher und Pfarrer Anhalt inzwischen mit viel Mühe von der Empore geschafft wurde. Damit sollte verhindert werden, dass sich eventueller Holzwurmnachwuchs, der möglicherweise beim Abtragen der Bretter mit in die Schüttung gerieselt ist, in Zukunft an den neuen Dielen und Balken vergehen kann.  

Allerdings konnten bei den Bodenarbeiten auch einige bemerkenswerte Funde geborgen werden, die das Archäologenherz höher schlagen lassen. Zwar fand man leider keine Goldmünzen oder edle Geschmeide, die uns beim Orgelprojekt nun gerade zupass gekommen wären. Dafür tauchten aber wertvolle Gegenstände der Zeitgeschichte auf, die belegen, dass es auch in der vermeintlich guten alten Zeit offenbar unter den Kindern etliche Strolche gegeben haben muß (möglicherweise auch unter den Erwachsenen - hier gehen die Meinungen allerdings bisher auseinander), denen man mit Verbotsschildern "Mohres lehren" mußte. Außerdem stieß man auf die Reste der alten Gasversorgungsleitung, die früher für zum Zwecke der Gasbeleuchtung verlegt war.

Ein weiteres Fundstück deutet darauf hin, dass man offenbar auch zu DDR-Zeiten stilvoll einkaufen konnte und dass es hier auch in den sechziger Jahren Qualitätspflegemittel für Fußböden gegeben haben muß (das letztgenannte Fundstück ist nicht komplett erhalten, was den Wert leider etwas mindert). Die geborgenen wertvollen Fundstücke, die wir nachfolgend dem interessierten Leser schon einmal kurz vorstellen wollen (bitte einfach auf das Bild klicken), werden übrigens beim Gemeindefest meistbietend versteigert. Wer sich also als künftiger Besitzer eines der schönen Stücke glücklich preisen will, mag schon einmal den einen oder anderen Geldschein zur Seite legen.

Nachfolgend einige Bilder, die sowohl von den Funden als auch vom Fleiß der beteiligten Arbeiter Zeugnis ablegen

 

[Anm. der Red.: Der Wortlaut des auf dem ersten Bild dargestellten handschriftlichen Verbotsschildes lautet wörtlich "Nichtbeschäftigten ist der Zutritt zum Turm verboten! Eltern haften für ihre Kinder. Der katholische Kirchbauverein e.V. 

Die Hand eines unbekannte Rabauken hat später darunter geschmiert "Hau den Lukas" und damit gezeigt, dass sie keinen Respekt vor der Obrigkeit hat - ein Wesensmerkmal, das übrigens bis heute dem Südthüringer eigen ist] 

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