Beiträge aus dem Archiv

Eine katholische Kirche für Neuhaus-Schierschnitz

Durch die Vertreibung aus Schlesien und dem Sudentenland kamen viele Katholiken in das Sonneberger Land. Neue Gottesdienststationen wurden gegründet, Kapellen gebaut und die Vertriebenen fanden Heimat in heimatloser Umgebung. In Neuhaus-Schierschnitz gab es bereits 1945 katholischen Gottesdienst.

 

Dazu wurde zunächst das Gasthaus Wegner angemietet, später die Friedhofskapelle. Die Gemeinde in Neuhaus-Schierschnitz wird als die größte Außenstelle der Pfarrei Sonneberg bezeichnet aber mit den „allerärmsten Flüchtlingen“. Kaplan Albrecht Aulbach schreibt in der Chronik: „Ein kleines aber herzenstreues Völkchen habe ich hier angetroffen.“

 

In den 50er Jahren gibt es die Überlegung, eine eigene Kirche in Neuhaus-Schierschnitz zu bauen. 1953 wird ein 1200 m2 großes Grundstück in den Birkenäckern gekauft. Architekt Zeug aus Eisfeld wird beauftragt einen Bauentwurf zu erstellen. Der Kostenvoranschlag belief sich auf 100.000 Mark. Die Kirche sollte über 80 Sitzplätze und einen sich anschließenden Gemeinderaum mit über 120 Sitzplätzen verfügen. 1955 noch einmal 1.000 m2 dazuzukaufen war staatlicherseits nicht mehr möglich. Kaplan Götzendörfer schreibt, dass es in der DDR zwar kein Gesetz gegeben habe, dass Kirchen keine Gründstücke mehr erwerben durften, aber so gehandelt wurde, als ob es das Gesetz geben würde.

Da der Entwurf von Architekt Zeug nicht den Vorstellungen entsprach, wurde durch Architekt Bauer aus Bad Liebenstein ein neuer Entwurf angefertigt. Dieser Entwurf sah eine Kirche mit Wohnung und Gemeinderäumen vor. Für die Gemeinde war er zu groß, so dass vom gleichen Architekt ein dritter Entwurf vorgelegt wurde, der dann zur Einreichung der Baugenehmigung kam.

 

 

1958 hatte der Chefplaner Kaplan Götzendörfer den Bauantrag mit den Genehmigungen der unterschiedlichen Behörden zusammen, so dass er zum Bürgermeister gehen konnte, um ihm den Bauantrag zur Prüfung und Unterschrift vorzulegen. Nachdem der Bürgermeister unterschrieben hatte, sagte der Kaplan: „'Herr Bürgermeister, damit haben Sie mir also für die Gemeinde Neuhaus-Schierschnitz die Genehmigung gegeben.' Da ist er sichtlich erschrocken. Hat sich die Pläne noch einmal zur Durchsicht zurück behalten. Als ich das nächste Mal kam, war auf dem Genehmigungsblatt alles voll Tinte gegossen. Er versuchte sich rauszureden, ihm sein ein Malheur passiert, und ich möchte entschuldigen und den Antrag noch einmal neu stellen. Seit dem wurde keine Unterschrift mehr gegeben.“ So schreibt Kaplan Götzendörfer in der Chronik über den Hergang des Kapellenbaus.

Es erübrigt sich an dieser Stelle, die Begebenheit zu kommentieren. Sie spricht für sich und die Vorgehensweise der politisch Verantwortlichen. Der Bauantrag und die drei Entwürfe sind im Pfarrarchiv vorhanden.Schon in den Folgejahren ist der Gottesdienstbesuch in Neuhaus-Schierschnitz rückläufig gewesen. Überwiegend die älteren Gemeindemitglieder nehmen am Gemeindeleben teil. In der Folgezeit gab es auch keine wöchentlichen Gottesdienste mehr. Die Bereitschaft, Gottesdienste in der Pfarrkirche in Sonneberg aufzusuchen, war nicht sonderlich groß. 1992, so sagen es die Dienstbücher aus, gab es einmal im Monat einen Gottesdienst in Neuhaus-Schierschnitz. In den Wintermonaten waren die Gottesdienste im Saal des evangelischen Pfarrhauses, in den Sommermonaten in der Friedhofskapelle. Am 28. Juni 2008 wurde die letzte Eucharistiefeier gefeiert. An diesem Gottesdienst nahmen Frau Peinelt, Frau Reubig, Frau Bernet und Frau Schaffer teil. Sie bildeten in den letzten Jahren den Stamm der Gottesdienstbesucher.

Wie wäre die Entwicklung der Außenstelle Neuhaus-Schierschnitz verlaufen, wenn die Kapelle gebaut worden wäre? Die Antwort liegt heute wohl im Bereich des Spekulativen.

Das Wort

Das Wort für Donnerstag, 27. April 2017

Christus ist dem Kephas erschienen, danach den Zwölfen.

1. Korinther 15,5

Die Gnade ist jetzt offenbar geworden durch die Erscheinung unseres Retters Jesus Christus, der dem Tod die Macht genommen hat und Leben und Unvergänglichkeit ans Licht gebracht hat durch das Evangelium.

2. Timotheus 1,10

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dienstags: 18.00 Uhr
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