Beiträge aus dem Archiv

Brücken schlagen

Liebe Gemeindemitglieder, lieber Leser des Gemeindebriefes!

 

Ich habe es mir zu Eigen gemacht, den „Leitartikel" des Gemeindebriefes immer auf das Titelbild zu beziehen. So soll es auch diesmal geschehen. Es besticht durch seine Farbigkeit und dem Spiel mit den Farben. Beim genaueren Betrachten fällt die Teilung des Bildes auf. Das Bild ist von vier Segmenten geprägt.

Oder, so kann es auch gesagt werden, ein Kreuz gibt die Form des Bildes vor. Damit würde es auch gut zu der bevorstehenden Fasten- und Osterzeit passen. In der Fastenzeit, kirchlich spricht man auch von der österlichen Bußzeit, betrachten Christen besonders das Kreuz.

In Kreuzwegandachten wird Jesu Weg von der Verurteilung durch Pontius Pilatus bis zur Grablegung nachgegangen. Daher gibt es als festen Ausstattungsgegenstand in jeder katholischen Kirche (Kapellen gelegentlich) einen Kreuzweg, der in 14 Stationen diesen seinen Weg nachzeichnet. Für mich ist die Betrachtung des Kreuzweges eine Möglichkeit, mit Jesus diesen schweren Weg mitzugehen. Doch dabei erfahre ich auch zugleich, dass er eigentlich meinen Kreuzweg mitgeht. Ich finde mein Kreuz auch in seinem Kreuz. Da sind zunächst Menschen, die schreien, verurteilen, Lasten auflegen, hinrichten. Aber genauso gibt es Menschen an seinem Weg, die mitgehen, Angst um ihn haben, die helfen, die Last des Kreuzes zu tragen, die eine Erfrischung bereit halten. Und am Ende des Kreuzweges stehen Menschen, die Jesus seine Würde wieder zurückgeben, in dem sie ihn würdevoll bestatten. Je nach Lebenssituation werden die eben beschriebenen Erfahrungen unterschiedlich sein.

Vielleicht betrachten Sie einmal in der kommenden Fastenzeit den Kreuzweg. Eine Andacht dazu steht im Gotteslob unter der Nummer 775. Zurück zum Bild. Das Bild ist von dem Sonneberger Künstler Otto Hofmann 1990 mit dem Titel „Die Brücke" gemalt worden. Damit hat er die Ereignisse im Herbst 1989 aufgegriffen. Durch die Friedensgebete wurden Brücken geschlagen. Diese Brücken des Gebetes sind es gewesen, dass die Revolution friedlich verlaufen ist. Erstmalig in der Weltgeschichte ist eine Revolution unblutig verlaufen. Kann man sagen, dass unsere Gebete Brückenfunktion haben? - Der vertikale „Kreuzesbalken" auf dem Bild steht für die Trennung Deutschlands. In beiden Teilen gibt es Licht und Schatten. Durch einen unüberwindlichen Graben sind sie getrennt. Der horizontale „Kreuzesbalken" legt sich über die trennende Schlucht und hebt sie damit förmlich auf. So ist auf dem Bild die Brücke, das Kreuz zum Zeichen der Hoffnung geworden.

Diese Hoffnung entspringt letztlich dem Kreuz Christi. So können aber auch unsere persönlichen Kreuze Hoffnung beinhalten, wenn wir sie mit dem Kreuz Christi verbinden. Gott schlägt Brücken dazu. Gott hat in der Auferweckung Jesu Christi eine Brücke über den Graben des Todes gelegt. Dies dürfen wir Ostern feiern - aber nicht nur da, sondern auch öfter in unserem Alltag.

Pfarrer Andreas Anhalt

Das Titelbild ist auch als Karte erhältlich.

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