Beiträge aus dem Archiv

60 Jahre katholische Kapelle in Gräfenthal

Auf der ersten Seite der Pfarrchronik von Gräfenthal ist folgendes zu lesen: „Das Gebiet der katholischen Pfarrgemeinde Gräfenthal gehörte zum Pfarramt Saalfeld, wurde aber ausschließlich vom Pfarramt Ludwigsstadt betreut. Im Jahre 1934 wurde eine Gottesdienststation in Lehesten und im Jahre 1938 eine Gottesdienststation in Gräfenthal im Fabrikgebäude Georg Burchardt in der Porzellanstraße eingerichtet und vom Kuratus Tkotz aus Ludwigstadt versehen.

Um diese Zeit waren in Gräfenthal und Probstzella und in den anderen Orten des Gebietes nur einige katholische Familien ansässig. Diese Gläubigen nahmen häufig auch an den Gottesdiensten in Ludwigstadt teil, gingen den weiten Weg zu Fuß oder waren bei der Benutzung der Bahn von 6.30 Uhr bis 16.30 Uhr unterwegs."

1890 gab es in Gräfenthal 22, 1897 30 katholische Christen. Der Anfang einer eigenen kleinen Gemeinde war gelegt durch Arbeiter in der Porzellanfabrik. Während des zweiten Weltkrieges kamen Evakuierte nach Gräfenthal, um die zivile Bevölkerung in den westlichen Gebieten vor Bombenangriffen zu schützen. Da auch in der Porzellanfabrik Einquartierungen stattfanden, konnten dort kein Gottesdienst mehr gehalten werden. Die evangelische Gemeinde hat ihren Konfirmandensaal zur Verfügung gestellt. 1944 kam Franziskanerpater Eilers aus München-Gladbach (heute Mönchengladbach) zur Seelsorge nach Gräfenthal. Durch die Vertreibung aus Schlesien und Sudetenland, auch aus Rumänien, Ungarn und der Slowakei kamen Katholiken, ist die Zahl der katholischen Christen stark angewachsen. Auf 31 Orten verteilten sich ca. 3000 Gemeindemitglieder. Nach dem Weggang von Pater Eilers wurde 1945 Pfarrer Josef Herrmann die Seelsorge in Gräfenthal und Umgebung anvertraut. Rechtlich gehört Gräfenthal zu Saalfeld. Neben Gräfenthal gab es Gottesdienste in Wallendorf, Probstzella, Oberloquitz, Marktgölitz, Spechtsbrunn, Lichtenhain, Reichmannsdorf und Hasenthal. An den einzelnen Orten fanden die Gottesdienste in unterschiedlichen Intervallen statt. Sie dienten der Sammlung der katholischen Christen und um ihnen eine geistliche Heimat zu geben. Bereits 1950 war die Zahl der Katholiken auf 2091 zurückgegangen. Damit war auch bereits ein Rückbau der Gottesdienstorte verbunden. In der Chronik ist zu lesen "wenn der Gottesdienst an einem Ort wegen zu geringer Beteiligung eingestellt wurde, hat der verbleibende Rest sich stur gestellt und sich nicht nach Gräfenthal orientiert. Auch der eingerichtete Fahrdienst wurde abgelehnt." Resümierend muss gesagt werden, dass es nicht gelungen ist, die Katholiken der dazu gehörenden Orte an den Pfarrort Gräfenthal anzubinden und dort zu beheimaten. Heute besuchen ausschließlich Gräfenthaler die Gottesdienste.

1946 wurde das heutige Pfarrhaus, 1951 die Kapelle angemietet. Am 8. Juli 1951, dem Fest des Heiligen Kilian, erfolgte die Weihe der Kapelle zur großen Freude der Gemeindemitglieder. Die Kapelle ist der Muttergottes von der immerwährenden Hilfe geweiht. 1952 erfolgte die Erhebung zur Kuratie, 1957 zur Pfarrei. Nach 25 Jahren Selbständigkeit wurde die Pfarrei Gräfenthal 1982 wieder aufgelöst und den Pfarreien Saalfeld und Sonneberg zugeordnet. Pfarrhaus und Kapelle kamen zu Sonneberg. Zu diesem Zeitpunkt lebten 735 katholische Christen auf dem Pfarreigebiet. Der Gottesdienstbesuch lag bei durchschnittlich 82 Gemeindemitgliedern. In der Filialgemeinde leben heute 173 Katholiken, davon 92 in Gräfenthal. Der Gottesdienstbesuch liegt bei durchschnittlich 10 Gemeindemitgliedern. Anlässlich des 60 jährigen Bestehens der Kapelle wurde sie renoviert. Dabei wurde die Mittelachse mit Tabernakel neu gestaltet. Aufstellung fand ein altes Kreuz aus dem Besitz der Kapelle. Auch wenn nur wenige Gemeindemitglieder die Gottesdienste in der Kapelle besuchen, ist das ihre Heimat, und sie erfahren auch Heimat.

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