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Bischof Wanke geht in den Ruhestand

   Der Erfurter Bischof Joachim Wanke (71) geht in den Ruhestand. Mit Wirkung zum 1. Oktober 2012, 12 Uhr, hat Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch angenommen, das der Bischof aus gesundheitlichen Gründen eingereicht hatte.

 


Wanke befindet sich aufgrund einer seit langem bekannten Herzkrankheit in einer labilen gesundheitlichen Situation, die ihn hindert, sein bischöfliches Amt wie gewohnt auszuüben. Der Rücktritt erfolgt im 32. Jahr nach seiner Bischofsweihe. 1994 war Joachim Wanke, zuvor Apostolischer Administrator des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen, von Papst Johannes Paul II. zum ersten Bischof des neu gegründeten Bistums Erfurt ernannt worden.

Erfurter Bischofsstuhl vakant

Mit dem Rücktritt von Bischof Wanke ist der Erfurter Bischofsstuhl vakant. Gemäß dem Kirchenrecht wählt das Erfurter Domkapitel am Dienstag, 2. Oktober, einen Diözesan-Administrator, der das Bistum leitet, bis ein neuer Bischof von der Diözese Besitz ergreift. Bis zur Wahl des Diözesan-Administrators liegt die Leitung des Bistums Erfurt, dem Kirchenrecht entsprechend, in der Hand von Weihbischof Reinhard Hauke.

Abschied nehmen

Bischof Joachim Wanke wird offizell an zwei Tagen verabschiedet. Beim Elisabeth-Empfang am Dienstag, 20. November, nimmt er nach einem Gottesdienst in der Schottenkirche im Erfurter Kaisersaal von der politischen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit Abschied.

Von den seelsorglichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verabschiedet sich der Bischof am Mittwoch, 28. November, vormittags im Rahmen der Pastoralkonferenz. Nachmittags findet ein Festakt im Theater Erfurt statt, zu dem Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz, der Nachbarbistümer, des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, der Caritas und aus der Ökumene kommen. Außerdem nehmen Delegationen der Kirchengemeinden des Bistums Erfurt sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge und des Bischöflichen Ordinariates teil. Der Tag klingt mit einer Pontifikalmesse um 17.30 Uhr im Erfurter Mariendom aus.

Der erste Bischof des neu gegründeten Bistums Erfurt

Bischof Joachim Wanke wurde am 4. Mai 1941 in Breslau geboren. Nach der Vertreibung aus der Heimat kam die Familie in der thüringischen Stadt Ilmenau unter. Wanke fühlte sich zum priesterlichen Dienst berufen und studierte nach dem Abitur Philosophie und Theologie in Erfurt. 1966 wurde er zum Priester geweiht und ging als Vikar für drei Jahre nach Dingelstädt (Eichsfeld). Von 1969 bis 1973 wurde er für ein Aufbaustudium in Erfurt freigestellt, das er mit der Promotion zum Doktor der Theologie abschloss. Schwerpunkt seiner Studien war die Exegese (= Auslegung) des Neuen Testaments. 1975 wurde er als Dozent an das Philosophisch-Theologische Studium in Erfurt berufen und übernahm 1980 als Professor den Lehrstuhl für Exegese des Neuen Testamentes. Am 2. Oktober 1980 ernannte Papst Johannes Paul II. den damals 39-jährigen Wanke zum Weihbischof mit dem Recht der Nachfolge des schwer erkrankten Apostolischen Administrators in Erfurt-Meiningen, Bischof Hugo Aufderbeck. Am 26. November 1980 wurde Joachim Wanke zum Bischof geweiht. Mit dem Tod von Bischof Aufderbeck am 17. Januar 1981 trat er dessen Nachfolge als Apostolischer Administrator an. 1994, knapp vier Jahre nach der Deutschen Einheit, erhebt Papst Johannes Paul II. das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen am 8. Juli zum Bistum Erfurt. Der bisherige Apostolische Administrator Dr. Joachim Wanke wird sein erster Bischof.

Weitergabe des Glaubens

Schon zu Zeiten der DDR bewegte Bischof Wanke die Frage, wie Christen in einer weitgehend nichtchristlichen Umgebung leben und wie sie das Evangelium den Menschen in eben dieser Umgebung weitersagen können. Einladende und auskunftsfähige Kirche werden, ermunterte Wanke immer wieder seine Katholiken. Denn, so zeigte er sich überzeugt, "die Menschen werden nicht als Atheisten geboren", und als Atheist bewusst zu leben sei auch nicht einfach angesichts der immer noch drängenden Fragen der Menschheit nach ihrem Woher und Wohin. "Christen können Antwort geben und sie wissen, dass unser Leben 80 Jahre und dann eine Ewigkeit dauern kann", machte der Bischof Lebens- und Bekennermut.

Bischof im geeinten Deutschland

Innerhalb der – wiedervereinigten – Deutschen Bischofskonferenz war der Erfurter Bischof Mitglied der Pastoralkommission, die er von 1998 bis 2010 als Vorsitzender leitete, sowie der Ökumene-Kommission. Die gelebte und bezeugte Verbundenheit der christlichen Kirchen und besonders der ökumenische Prozess, der auf die Einheit der geteilten Christenheit zielt, waren für Bischof Wanke immer Herzensanliegen. Die Kirchen hätten durch das Evangelium die gleiche Aufgabe: den Menschen die Botschaft Christi in Wort und Tat zu bezeugen. Von 1995 bis 2001 war er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland. Als 2005 die deutschsprachigen Bischofskonferenzen und Bischöfe, die gemeinsam die Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift herausgegeben hatten, eine Revision der Übersetzung beschlossen, wurde Bischof Wanke zum stellvertretenden Vorsitzenden des Leitungsgremiums gewählt, 2008 übernahm er den Vorsitz.

Seit Juni 1993 ist der Bischof ordentliches Mitglied der Akademie der gemeinnützigen Wissenschaften zu Erfurt. Im Jahr 2001 erhielt er den Predigtpreis der deutschen Wirtschaft für sein "Lebenswerk".

Dankbar für den Papstbesuch

In besonderer Dankbarkeit sieht Bischof Joachim Wanke auf den Besuch von Papst Benedikt XVI. am 23. und 24. September 2011 in Erfurt und Etzelsbach zurück. Das pastorale Anliegen des Bischofs, den christlichen Glauben in der thüringischen Diaspora und im Eichsfeld zu stärken und das Evangelium zu verkünden, erfuhr durch den Papstbesuch Würdigung und Unterstützung.

Seinen Ruhestand wird Altbischof Joachim Wanke in Erfurt verbringen und dabei, wie es die Kräfte erlauben, auch weiterhin seelsorgerisch tätig sein, getreu seinem Wahlspruch: "Vestigia Christi sequi – Den Spuren Christi folgen".

Quelle: Internetportal des Bistums Erfurt

Das Wort

Das Wort für Donnerstag, 23. März 2017

Gott spricht über Israel:

Mit menschlichen Banden zog ich sie, mit Seilen der Liebe.

Hosea 11,4

Der Kerkermeister fragte Paulus und Silas:

Ihr Herren, was muss ich tun, dass ich gerettet werde? Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus Christus, so wirst du gerettet werden, du und dein Haus!

Apostelgeschichte 16,30-31

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