Beiträge aus dem Archiv

Die Tochter von St. Stefan

Mit dieser Titelüberschrift ist nicht ein Kind aus einer unehelichen Beziehung gemeint. Aber mit Beziehung hat das schon etwas zu tun. Gemeint ist damit die quasi Gründung der Pfarrei St. Ottilia in Neustadt bei Coburg. Die katholische Gemeinde in Neustadt bei Coburg begeht am 17.10.2010 in einem festlichen Gottesdienst die Einweihung ihre Kirche vor 80 Jahren. Die ersten Jahre und auch der Kirchbau der Gemeinde sind eng mit der Pfarrei Sonneberg verbunden. Daher ist es erlaubt, von der „Tochter“ von St. Stefan zu sprechen.

So wie in Sonneberg ist mit der Reformation der katholische Glauben in Neustadt nicht mehr vorhanden gewesen. Mit der Industrialisierung im 19. Jh. und dem Wachsen der Spielzeugfabrikation kamen mehr und mehr Christen katholischen Glaubens in das Gebiet. Die Anfänge der sich neu gründenden Gemeinde sind beschwerlich gewesen. Dass Gemeinde und Kirche erstanden sind, zeigt den Glauben und auch das Durchhaltevermögen der früheren Generationen. Sonneberg hat seit 1892 einen Priester am Ort, der dann den Aufbau der Gemeinde in Sonneberg von seiner Seite aus unterstützte. Seit dieser Zeit haben Neustädter Katholiken nicht mehr den weiten Weg nach Coburg oder Mitwitz gehabt. 1922 wurde in einer Betriebskantine der Arnoldschen Werke eine Kapelle eingerichtet. Die Seelsorge erfolgte vom Pfarrer aus Coburg. Doch auch in Coburg wuchs die Zahl der katholischen Christen, so dass es für die dortigen Geistlichen immer schwieriger wurde, die Seelsorge in Neustadt auszufüllen. Da Sonneberg näher an Neustadt lag, wurde die Seelsorge der Pfarrei Sonneberg übertragen. Ab 1923 erteilt der Pfarrer von Sonneberg den Religionsunterricht in Neustadt und ab September 1925 wurde die gesamte Seelsorge der Pfarrei St. Stephanus in Sonneberg übertragen. Dies hatte auch damit zu tun, dass Sonneberg ab diesem Zeitpunkt einen Kaplan hatte. Rechtlich blieb Neustadt immer zu Coburg gehörig, aber seelsorglich und praktisch Sonneberg zugeordnet. Die Bistumsgrenze spielte da keine Rolle. Der Sonneberger Pfarrer Porzelt kaufte ein Grundstück, auf dem dann am 27. Juli 1930 der Grundstein für die Kirche gelegt wurde. Die Grundsteinlegung nahm der Coburger Dekan Ott unter der Assistenz der Sonneberger und Mitwitzer Geistlichen vor. Die Einweihung der Kirche St. Ottilia erfolgte am 12. Oktober 1930 durch den Bamberger Erzbischof Dr. Jacobus von Hauk. Das Patronat St. Ottilia wurde gewählt, weil es auf dem benachbarten Mupperg eine Kapelle der heiligen Ottilia gegeben hat.
1936 wurde Neustadt von Coburg seelsorglich betreut, in den Kriegsjahren wieder von Sonneberg. Mit der Grenzziehung war dann diese Art der Nachbarschaftshilfe so nicht mehr möglich. Und 1961 trennte beide der Eiserne Vorhang. Vor 21 Jahren fiel er, beide Gemeinden bestehen noch und sind als Partnergemeinden miteinander verbunden.
Vielleicht wären solche Art der Anfänge von Gemeinden und der gegenseitigen Hilfe Überlegungen wert, wie beim „Rückbau“ von Gemeinden „zusammen“ gearbeitet werden kann. Die räumliche Nähe scheint damals ein starkes Argument gewesen zu sein, auch über Bistumsgrenzen hinweg.

Das Wort

St. Stefan Kalender

<< August 2017 >> 
 So  Mo  Di  Mi  Do  Fr  Sa 
    1  2  3  4  5
  6  7  8  9101112
13141516171819
20212325
28  

Gottesdienste in St. Stefan

hl. Messe:

sonntags: 10:00 Uhr
dienstags: 18.00 Uhr
donnerstags: 09:00 Uhr

stille Anbetung:

dienstags: 17:30

Namenstagskalender

heute: Regina, Maria Regina, Sigfried
morgen: Rosa, Isolde, Zachäus
übermorgen: Bartholomäus, Michaela, Isolde
Zum Seitenanfang