Die Orgel

Königin der Instrumente

Die Orgel ist DAS liturgische Instrument schlechthin. Im zweiten Vatikanischen Konzil heißt es über sie: „Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben.“ (II. Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie, Art. 120)

Die Orgel begleitet nicht nur den Gesang der Gemeinde; sie stimmt die Gottesdienstbesucher mancherorts auch vor dem Gottesdienst auf das Kommende ein, sie begleitet den festlichen Ein- und Auszug des liturgischen Dienstes, sie untermalt die Kommunionspendung. Je nach der Zeit im Kirchenjahr klingt sie anders: in der österlichen Bußzeit oder im Advent eher leise, sogar schweigend am Karfreitag, in der Osterzeit triumphierend; bei einer Beerdigung bringt sie die Trauerstimmung zum Ausdruck, bei der Hochzeit oder Taufe die Freude der Feiernden.

Auch die unterschiedlichen liturgischen Gesänge haben ihre je eigene Klangfarbe verdient: ein Kyrie wird eher verhalten begleitet, dagegen ist das Gloria der Jubelgesang der ganzen Gemeinde und wird dementsprechend mit mehr und kräftigeren Registern begleitet. Der Antwortpsalm ist eine gesungene Lesung des Kantors und braucht deshalb ein Soloregister zur Begleitung. Wenn beim Hochgebet das Sanctus erklingt, dann gibt die Orgel ihm einen ganz anderen Charakter als etwa der untermalenden Begleitung während der Gabenbereitung. Das macht den Reiz des Instrumentes Orgel aus, dass es so viele unterschiedliche Klangfarben bereithält. Es gibt kein anderes Instrument, das diese Bandbreite hat. Deshalb ist die Orgel die Königin der Instrumente.

Aber die Orgel entfaltet das, was in ihr steckt, nicht nur in der Liturgie, sondern auch bei Orgelkonzerten. In der Kirchengemeinde Sankt Stefan bestehen zwei Pfeifenorgeln, die auch konzertant genutzt werden. Die Orgel in der Pfarrkirche Sankt Stefan in Sonneberg wurde 2013 von der Firma Formklang (eine Kooperation der Orgelbaufirmen Winterhalter und Jann) gebaut und verfügt über 17 Register. Die Orgel in der Kirche Sankt Leopold in Hildburghausen wurde 1965 von der Firma Rudolf Böhm aus Gotha errichtet und hat 14 Register.

Durch lebendige Orgelkonzerte kann man die Orgel einmal ganz anders erleben: moderierte Orgelgesprächskonzerte, Orgelvespern, Kinder- und Familienorgelkonzert, Orgelmatinée. Lassen Sie sich überraschen, was alles in der Königin der Instrumente steckt!